Stress Check up und Analyse des vegetativen Nervensystem

 

“ Es ist weder die stärkste noch die intelligenteste Spezies die überlebt, sondern diejenige, die in der Lage ist, sich an wechselnde Situationen bestmöglich anzupassen. “                                                                           Charles Darwin

 

 

Die VNS-Analyse ist ein wichtiges Diagnoseinstrument bei stressbedingten organischen Störungen und Burnout. Es handelt sich dabei um eine Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV), also des Abstands zwischen zwei Herzschlägen. Anhand dieses Werts kann man die Funktionszustände des vegetativen Nervensystems (VNS) und anderer funktioneller Regelkreise des Organismus beurteilen, Dysbalancen erkennen und frühzeitig auf beginnende Erkrankungen schließen.

 

 

 

 

Geschichte der VNS-Analyse

Schon vor über 1.700 Jahren analysierte der chinesische Arzt Wang Shu He die klinische Bedeutung verschiedener Pulstypen. Er erkannte, dass ein variabler Herzschlag ein Zeichen für Gesundheit ist.

In der Kardiologie kommen Messungen der Herzfrequenzvariabilität seit Anfang der 1970er-Jahre zum Einsatz. Mehr als 17.000 Studien weltweit haben seither den Zusammenhang zwischen einer geringen HRV und Herzerkrankungen nachgewiesen.

Regulation der Vitalfunktionen

Risikofaktoren wie Stress, Nikotin, Übergewicht, Bluthochdruck, Cholesterin und familiäre Disposition stehen in Zusammenhang mit Dysbalancen des vegetativen Nervensystems. Die beiden Hauptnerven des VNS, Sympathikus und Parasympathikus, regulieren sämtliche Vitalfunktionen des Organismus, also zum Beispiel den Blutdruck, die Atmung, die Energiebereitstellung und die Herzfrequenz, die Leber und die Niere, den Stoffwechsel sowie das Immun-, Hormon- und Verdauungssystem. Ohne diese Regulation funktionieren die Organe nicht.

Mit einer VNS-Analyse kann man die Regulationsfähigkeit messen und bei Bedarf auch zugleich feststellen, ob sich Störungen mit einer Atemtherapie behandeln lassen.

Wissenschaftlich fundierte Methode

Die VNS-Analyse basiert auf der zehnjährigen Grundlagenforschung eines der renommiertesten deutschen HRV-Spezialisten und ist damit wissenschaftlich fundiert. Als einzige Methode greift sie auf Normwerte aus den weltweit wichtigsten Studien zurück. Wichtigste Faktoren der Analyse sind ein technisch einwandfreies, präzises Elektrokardiogramm (EKG) und eine Software, die die komplexen Ergebnisse verarbeiten und verständlich abbilden kann.

Um Fehler bei der Interpretation der Messungen zu vermeiden, gibt es seit 1996 einheitliche Richtlinien für die Durchführung von VNS-Analysen, die von der Task Force of the European Society of Cardiology und der North American Society of Pacing and Electrophysiology festgelegt worden sind.

Die VNS-Analyse wurde als Basis- und weiterführende Diagnostik in die evidenzbasierten nationalen Versorgungsleitlinien sowie in die Leitlinien der deutschen Diabetesgesellschaft und der deutschen Gesellschaft für Arbeits-  ( betribliches Gesundheitsmanagement ) und Umweltmedizin aufgenommen.

 

 

 

Indikation

  • Abwehrschwäche
  • Altersschwerhörigkeit
  • Alterssichtigkeit
  • Arthrosen
  • Asthma
  • Bandscheibenvorfall
  • Burnout
  • Chronische Infekte
  • Durchblutungsstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Gesichtsneuralgien
  • Gicht
  • Gynäkologiesche Beschwerden
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Knieschmerzen
  • Magenschleimhauteintzundung
  • Psorias
  • Reizblase
  • Reizdarm
  • Rheuma und rheumatische Erkrankungen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Sportverletzungen
  • Schulterschmerzen
  • Schuppenflechte
  • Stress
  • Tinnitus
  • Überlastungsschäden
  • Wundheilungsprobleme
  • Zahnmedizin
  • Zigarettenentwöhnung

 

 

 

Ablauf der VNS-Analyse

Der Patient bekommt einen Brustgurt umgelegt. Die Messung erfolgt automatisch, dauert etwa sieben Minuten und wird bekleidet, wahlweise ruhig sitzend oder liegend, durchgeführt. Die Ergebnisse liegen sofort vor und werden grafisch dargestellt. Je unregelmäßiger die Kurve aussieht, desto besser ist die Anpassungsfähigkeit des Organismus (Parasympathikus dominant), und je gerader sie ausfällt, desto schlechter ist die Regulationsfähigkeit (Sympathikus dominant).

 

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

Große evidenzbasierte Studien belegen, dass die VNS-Analyse Leben retten und die Lebenserwartung steigern kann. Ich setze sie vor allem bei der Anamnese ergänzend ein, um die Anpassungsfähigkeit des gesamten Organismus zu messen. Auch der Wirkungsverlauf schulmedizinischer oder naturheilkundlicher Therapien kann auf diese Weise kontrolliert werden.

Quellen

Bortfeldt, Dr. Stephan: Die Bedeutung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) und des vegetativen Nervensystems in der Regulationsmedizin. In: Die Naturheilkunde, Ausgabe 4/2014. Forum Medizin Verlagsgesellschaft.

Kotecha, D., et al: Five-minute heart rate variability can predict obstructive angiographic coronary disease. Heart 2012, 98 (5), S. 395-401.

Nunan, D., Sandercock, G. R., Brodie, D. A.: A quantitative systematic review of normal values for short-term heart rate variability in healthy adults. Pacing and Clinical Electrophysiol 2010, S. 1407-1417.

Thayer, J., Yamamoto, S., Brosschot, J.: The relationship of autonomic imbalance, heart rate variability and cardiovascular disease risk factors. International Journal of Cardiology. Forum Medizin Verlagsgesellschaft 2010, S. 122-131.