Mikro-Aku-Punkt-Systeme

 

Neben der oben beschriebenen traditionellen chinesischen Akupunktur (Körperakupunktur) gibt es auch neuere westliche Mikro-Aku-Punkt-Systeme (MAPS). Unter dem Oberbegriff MAPS werden unterschiedliche Mikrosysteme zusammengefasst, die ein komplettes Funktionsbild des gesamten Organismus auf der Körperoberfläche ergeben. Jeder einzelne MAPS-Punkt steht in Wechselwirkung mit den von ihm repräsentierten Organen. Es gibt zwar Parallelen zur traditionellen Akupunktur, allerdings handelt es sich bei den MAPS-Punkten um reaktive und untereinander in Wechselwirkung stehende systemische Fernpunkte. Werden sie stimuliert, tritt im Gegensatz zur Körperakupunktur die Wirkung viel schneller oder sofort ein. Der Effekt hält jedoch nicht lange an, sodass die Stimulierung häufiger wiederholt oder durch andere MAPS-Punkte ergänzt werden muss. Auch eine Kombination mit der traditionellen Akupunktur kann sinnvoll sein.

Die wichtigsten MAPS sind die Ohrakupunktur, die Mund-Akupunktur, die YNSA (Yamamoto New Scalp Acupuncture) im Stirn-, Schläfen- und Okzipitalgebiet, die chinesische Schädelakupunktur, die chinesische und die koreanische Handakupunktur, die Lymph Belt Akupunktur sowie die besonders zur Schmerztherapie wirksame NPSO (neue punktuelle Schmerz- und Organtherapie). Andere MAPS eignen sich nicht für die Akupunktur oder sind nur diagnostisch einsetzbar. Dazu zählen unter anderem die chinesische Nasenakupunktur, das endonasale Reflexsystem, die Zungen- und die Iris-Kartografie sowie die japanische Bauchdeckendiagnostik.

 

 

 

 Indikationen für die therapeutische Anwendung von MAPS

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schulter-, Ellenbogen- und Armschmerzen
  • Gicht
  • Arthrose
  • Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Muskelschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Heuschnupfen
  • Allergien
  • Reizdarm

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

Bei der komplementärmedizinischen Anwendung der MAPS Akupunktur ist die Wirksamkeit und Sicherheit nach wissenschaftlichen evidenzbasierten Kriterien erwiesen.

 

Quellen

  • Becke, H.: Störherde – dann Neuraltherapie. Das Problem von Non-Responders bei der Akupunktur. In: Therapeutikon, 5, 6 (1991a), S. 316-321.
  • Bucek, R.: Lehrbuch der Ohrakupunktur. Eine Synopsis der französischen, chinesischen und russischen Schule. Haug, Heidelberg 1994.
  • Buchheit, H.: Die vaginale Akupunktur. Haug, Heidelberg 1985.
  • Burtscher, E., Gerz, E. et al: AK-Meridiantherapie (AKMT). Synthese der Akupunkturlehre und Applied Kinesiology. AKSE, München 2001.
  • Cayemitte-Rückner, N.: Die zentrale Mastoidsomatotopie (ZMS). In: Chin. Medizin 15 (20009, S. 137-141.
  • Finken, L.: Koreanische Handakupunkturpunkte. Eine Einführung in Su Jok. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2000.
  • Gleditsch, Jochen M.: Akupunktur und Psychosomatik. In: Stacher, A., Marktl, W. (Hrsg.): Ganzheitsmedizin in der Zukunft. Facultas, Wien 2001.
  • Gleditsch, Jochen M.: Lehrbuch und Atlas der Mikroakupunktsysteme (MAPS). Grundlagen und Praxis der somatischen Therapie. 2. Auflage
  • Irnich, D., Beyer, A.: Neurobiologische Grundlagen der Akupunkturanalgesie. In: Der Schmerz 16 (1999), S. 81-90.
  • Kluger, L.: Zahnstörfeld und Neuraltherapie. Ein Ansatz beim Akupunktur-Non-Responder. Internationales ICMART-Symposium, Berlin 2001.
  • Schmidt-Schwapp, M., Simma-Kletschka, I., Gleditsch, J. M. et al: Oral Acupuncture in the therapy of craniomandibular dysfunction. A randomized controlled trial. In: Wiener med. Wochenzeitschrift 118 (2006), S. 36-42.
  • Schumpe, G., Schockert, Th.: Effizienz der Yamamoto Neue Schädelakupunktur (YNSA) bei Schmerzen am Bewegungsapparat. Eine topometrisch kontrollierte Studie. Internationales ICMART-Symposium, Berlin 2001.
  • Zou Hua et al: Akupunkturbehandlung im Vergleich zu konventionell-symptomatischer Therapie der berufsbedingten allergischen Rhinitis. Internationales ICMART-Symposium, Berlin 2001.