EKG

Ein Elektrokardiogramm (EKG) ist ein schmerzloses Verfahren zur Messung und Aufzeichnung der elektrischen Herz-Aktivitäten. Von Langzeit-EKG spricht man, wenn dabei ein längerer Zeitraum von meist 24 Stunden erfasst wird. Auf diese Weise lassen sich Herzrhythmusstörungen aller Art erkennen und analysieren. Das Langzeit-EKG ist auch geeignet, um Fehlfunktionen von Herzschrittmachern festzustellen.

 

 

 

Geschichte des EKG

Bereits 1843 erkannte der italienische Physiker und Neurophysiologe Carlo Matteucci bei Experimenten an Tierherzen, dass die Tätigkeit des Herzens auf elektrischen Vorgängen beruht. Erstmals als Diagnoseverfahren in der Humanmedizin eingesetzt wurde ein EKG im Jahr 1903 durch Willem Einthoven. Die heutige Langzeit-Elektrokardiographie geht im Wesentlichen auf den amerikanischen Physiker Norman Jefferis Holter zurück, der das Verfahren seit den 1950er-Jahren bis zur Anwendung in Praxis und Klinik weiterentwickelt hat. Zum Durchbruch und zur heute großen Verbreitung haben der Methode aber vor allem die jahrelangen computergestützten Analysen von Herzfrequenz, Rhythmusstörungen und Kammerschwankungsveränderungen geholfen, die der Physiker Dr. J. M. M. Neilson durchgeführt hat.

Methode und Anwendung

Jede Kontraktion des Herzens wird durch eine elektrische Erregung eingeleitet, die man auf der Haut messen kann. Bei einem gesunden Herzen ergeben die Aufzeichnungen ein regelmäßiges, immer wiederkehrendes Muster. Die zur Durchführung von Langzeit-EKGs eingesetzte Technik besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: einem Recorder zur Aufzeichnung des EKG-Signals, einem Monitor zur sofortigen visuellen Darstellung der Messkurven und einem Scanner zur schriftlichen Dokumentation der Ergebnisse.

Zur Beobachtung akut gefährdeter Patienten wird direkt am Krankenbett ein ständig laufender Monitor eingesetzt. Die gespeicherten und ausgedruckten Daten dokumentieren den Zustand des Herzens zum Zeitpunkt der Messung. Veränderungen lassen sich im Vergleich verschiedener Messungen über einen langen Zeitraum diagnostisch auswerten.

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

 

 

Bei einer Symptomatik, die auf Herzprobleme schließen lässt, liefert ein EKG wichtige Hinweise auf mögliche Störungen. Zur Beurteilung der Messkurven muss allerdings auch das klinische Bild des Patienten berücksichtigt werden. Ich setze das EKG deshalb immer im Kontext mit anderen diagnostischen Betrachtungen und im Rahmen von Gesundheitsvorsorge Untersuchungen ein.

Quellen

  • Bethge, K.-P., Gonska, B.D.: Langzeit-Elektrokardiographie. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1996.