Lungenfunktionsprüfung

 

 

Spirometrie ist ein Verfahren zur Messung des Lungenvolumens am Mund. Sie hat einen hohen Stellenwert bei der differentialdiagnostischen Beurteilung von obstruktiven (verengte oder verschlossene Atemwege) und restriktiven (eingeschränkte Lungenausdehnung) Ventilationsproblemen. Einige Messwerte lassen auch Prognosen für Atemwegserkrankungen zu. Andere Störungen der Lungenfunktion kann die Spirometrie hingegen nur bedingt erkennen.

 

 

 

Geschichte

Untersuchungen des Atemvolumens wurden erstmals 1681 durchgeführt. Die Messmethoden wurden stetig weiterentwickelt, bis um 1925 mit der Pneumotachographie ein neues Zeitalter der Lungenfunktionsprüfung eingeleitet und die Grundlage für die moderne Spirometrie geschaffen wurde.

 

 

Wirkungsweise und Anwendung

Die Spirometrie ist ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand einfach durchführbar. Mit einem Messgerät (Spirometer) wird die Menge der ein- und ausgeatmeten Luft sowie der Atemfluss erfasst.  Neuere Geräte messen den Atemfluss durch Ultraschall.

Die Untersuchung erfolgt im Sitzen. Die Nase wird durch eine Klemme verschlossen und der Patient nimmt das Mundstück des Messgeräts in den Mund. Nach kurzer Eingewöhnung mit Ruheatmung werden zwei bis vier sogenannte Tiffeneau-Manöver durchgeführt. Das bedeutet, dass der Patient zunächst langsam vollständig ausatmet, dann so schnell und soviel wie möglich wieder einatmet und abschließend stoßartig wieder komplett ausatmet.

Die Visualisierung der Messungen erfolgt grafisch. Dargestellt wird die Volumenänderung im Verhältnis zur Zeit sowie die Atemgeschwindigkeit im Verhältnis zum Volumen.

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

 

Lungenfunktionstests sind ein bewährtes und anerkanntes Diagnoseverfahren bei Symptomatiken der Atemwege, das ich in meiner Praxis im Rahmen von Gesundheitsvorsorge Untersuchungen und als Therapiekontrolle gerne einsetze. Die Anwendung ist einfach und aussagekräftige Ergebnisse liegen unmittelbar vor.

Quellen

  • Bösch, D., Criée, C.-P.: Lungenfunktionsprüfung. 3. Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013.