Magnetfeldtherapie

 

Als Magnetfeldtherapie bezeichnet man den Einsatz von – meist pulsierenden – Magnetfeldern zur Behandlung von vielen Erkrankungen. Die Magnetfelder wirken entzündungshemmend, stressdämpfend und blutdruckregulierend. Darüber hinaus tragen sie zur Regenerierung von Weichteilgewebe, Nerven, Knorpel und Knochen bei.

Geschichte

Es gibt schriftliche Quellen, die auf eine medizinische Anwendung von Magnetfeldern schon vor über 3.500 Jahren schließen lassen. Auch Hippokrates erwähnte die Eignung von Magnetfeldern zu therapeutischen Zwecken. Und selbst die indianischen Hochkulturen in Mittel- und Nordamerika kannten die medizinische Bedeutung der Magnetfeldtherapie. Für Paracelsus war sie eine der vier Säulen im „Haus der Gesundheit“. Die ersten wissenschaftlichen Arbeiten zu dem Thema entstanden in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts. Die überwiegende Zahl klinischer Studien zur Magnetfeldtherapie stammte in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts aus Russland und Japan, wo man ihr zu dieser Zeit einen deutlich höheren medizinischen Stellenwert beimisst als in Mitteleuropa. Mittlerweile gibt es jedoch weltweit klinische Studien über die Magnetfeldtherapie.

Funktion und Wirkungsweise von Magnetfeldern

Ein Magnetfeld ist ein durch einen Magneten erzeugtes Kraftfeld. Es kann sich dabei um einen natürlichen Dauermagneten oder einen mittels stromführender Spule künstlich aufgebauten handeln. Die gleichnamigen Pole stoßen sich gegenseitig ab, die ungleichnamigen ziehen sich an.

Es gibt statische Magnetfelder und pulsierende, die in einer bestimmten Frequenz getaktet sind. Moderne Therapiesysteme verwenden durchgehend pulsierende elektromagnetische Felder (PEMF). Durch ein PEMF kann man gezielt eine höhere Spannung auf den Körper anlegen, um bessere Heilerfolge zu erzielen.

Magnetfelder durchdringen Materialien, wie zum Beispiel Kleidung, ohne nennenswerten Energieverlust. Die Intensität des Magnetfelds nimmt mit zunehmender Entfernung vom Magneten ab. Um weiter entfernte Punkte wirksam zu erreichen, muss daher die Stärke des Magnetfelds erhöht werden, die sich aus dem Widerstand der Spule und der Stromstärke (Ampere) ergibt.

Neben der Pulsfrequenz und der Stärke ist auch die Polarität des Magnetfelds von Bedeutung für die gezielte therapeutische Anwendung, da man annimmt, dass es die einzelnen Organe und Körperstrukturen einen Polaritätsbezug besitzen.

Die therapeutische Wirkung von Magnetfeldern setzt in erster Linie am Fluss von Ionen (durch elektrochemische Spannung erzeugter Strom) auf der Zellmembran an. Nervenzellen etwa verfügen dazu über zwei Arten von Fortsätzen: eine, die Reize an benachbarte Zellen weiterleitet (Axone), und eine, die Reize empfängt (Dendriten). Wird eine Zelle stark genug gereizt, kann es zu einer vorübergehenden Umpolung und zu sogenannten Kreisströmen kommen.

Auswirkungen auf den menschlichen Organismus

Magnetfelder wirken über drei Komponenten auf den menschlichen Körper: die Stärke und die Schwingungsfrequenzen des Magnetfelds sowie die Resonanz der Zellmembran. Dadurch wird die Sauerstoffnutzung im Gewebe verbessert, denn im Magnetfeld geben die roten Blutkörperchen mehr von dem in ihnen gebundenen Sauerstoff ab. Das führt zu besserer Durchblutung und erhöhter Leistung der Zellfunktionen. Diesen positiven Einfluss der Magnetfeldtherapie nennt man den „vitalisierenden Effekt“. Indem müde Zellen revitalisiert werden, können funktionseingeschränkte Organe ihre Aufgaben wieder besser erfüllen. Bei frühzeitigem Einsatz kann die Magnetfeldtherapie in vielen Fällen Erkrankungen sogar verhindern.

 

 

 Folgende Wirkungen kann die Magnetfeldtherapie erzielen:

  • Verbesserung des Energiehaushalts
  • positive Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Verbesserung der Sauerstoffnutzung
  • Beschleunigung der Regeneration von erkranktem Gewebe
  • Verbesserung der Regeneration von Knochen
  • Schmerzlinderung und Krampflösung
  • Bremsen und Verhindern von Knorpelabbau
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Rehabilitation und Mobilisierung nach schweren Krankheiten (z. B. Schlaganfall)
  • Stabilisierung der Psyche
  • Verbesserung des Immunsystems
  • allgemeine Leistungssteigerung

Anwendung

Die meisten Menschen können Magnetfelder nicht unmittelbar sinnlich wahrnehmen. Dennoch kann es bei der Behandlung zu einem leichten Wärmegefühl und Kribbeln kommen. Dies wird jedoch nicht direkt vom Magnetfeld verursacht, sondern ist eine Reaktion auf die von ihm erzeugten Wirkungen.

Kommentar von Olga Beckmann

 

Tatsächlich gibt es mehr als 7.500 evidenzbasierte Veröffentlichungen und zahlreiche klinische Studien mit hohen Fallzahlen, die Wirksamkeit der Magnetfeldtherapie belegen. Ich habe in meiner ärztlichen Praxis sehr gute Erfahrungen mit der Magnetfeldtherapie gemacht und sie als vielseitiges, schonendes Therapieverfahren schätzen gelernt.

Quellen

  • Thuile, C.: Praxis der Magnetfeldtherapie. 2. Auflage. Internationale Ärztegesellschaft für Energiemedizin (Hrsg.), 2000.