Eigenbluttherapie

 

Die Platelet-Rich-Plasma-Therapie (Plättchenreiches Plasma oder kurz PRP) wird häufig eingesetzt, um zum Beispiel degenerative (Arthrose, Gicht, Rheuma) oder traumatische Sehnen-, Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden ( Blockaden, Bandscheibenvorfälle ) wirksam zu behandeln oder akute Schmerzen zu lindern und weitere entzündliche Schübe aufzuhalten. Sie beruht auf der Herstellung von körpereigenen Wundheilungsstoffen aus Eigenblut.

Geschichte

Die Möglichkeit, Wunddefekte mit PRP zu behandeln, wurde schon in den frühen 1960er-Jahren beschrieben. International fanden diese Arbeiten jedoch zunächst nur wenig Beachtung, sodass die Erkenntnisse erst ab etwa 1997 praktisch zum Einsatz kamen, nachdem erstmals ein Verfahren zur Herstellung von PRP veröffentlicht wurde. Bereits 1998 erschien dann die erste klinische Studie zur Anwendung von PRP an Patienten in der Kieferchirurgie.

Heute wird PRP in vielen Bereichen eingesetzt, vor allem in der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie, der Herz- Thorax- und Gefäßchirurgie, der Orthopädie sowie der plastischen Chirurgie. Auch zur Behandlung diabetischer Wunden wird es verwendet.

Wirkungsweise und Anwendungsbereiche

Blutplättchen (auch Thrombozyten genannt) sind die kleinsten Zellen des Blutes und reich an verschiedenen Wachstumsfaktoren. Diese lassen sich durch eine physiologische oder künstliche hervorgerufene Aktivierung freisetzen und regenerieren so das Gewebe. Das ist vor allem bei gestörter Wundheilung sinnvoll, etwa bei chronischen Wunden oder großen Operationswunden.

Mit PRP lässt sich auch die Wirksamkeit einer Mesotherapie steigern, sodass oft weniger Behandlungen erforderlich sind. Zudem ist PRP gut verträglich, weil nur körpereigenes Material eingesetzt wird.

 

Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen sich Eigenblut erfolgreich bewährt:

  • Allergien
  • Arthrose
  • Achillessehnenschmerzen
  • Aknenarben
  • Außenbandrisse (Fuß)
  • Bandscheibenvorfall
  • Bizepssehnenscheidenentzündung
  • Fersensporn
  • Tennis- und Golferellenbogen
  • Gicht
  • Muskelzerrungen, Muskelfaserrisse
  • Meniskus Beschwerden
  • Osteoporose
  • Patellarsehnen Entzündung
  • Psoriasis
  • Rotatorenmanschettenruptur
  • Rheuma
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Seitenbandanrisse (Knie)
  • schlecht heilenden Wunden
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Schulterschmerzen
  • Schuppenflechte

 

Behandlung

Der Patient sollte mindestens 3, besser 7 Tage vor der Behandlung keine Schmerz- und Rheumamittel einnehmen, um die Vitalität der Blutplättchen nicht zu beeinträchtigen. Kurz vor der Behandlung sollte zudem auf Saunagänge, Sonnenbaden und Schminken verzichtet werden.

Zu Beginn der Behandlung wird dem Patienten Blut entnommen und durch ein spezielles Verfahren aufbereitet, um daraus eine konzentrierte Lösung körpereigener Wundheilungsstoffe zu gewinnen. Diese wird dann in das zu behandelnde Areal gespritzt.

Die Behandlung wird 3-4 Mal im Abstand von jeweils einer Woche wiederholt.

Risiken und Nebenwirkungen treten kaum auf. Vereinzelt kann es an der Einstichstelle zu Hautausschlägen, Juckreiz oder Blutergüssen kommen.

Nicht anzuwenden ist PRP, falls der Patient unter einer Erkrankung leidet, die durch Blut übertragbar ist (z. B. HIV oder Hepatitis). Gleiches gilt für alle akuten oder ansteckenden Hautkrankheiten, für Blutgerinnungsstörungen, Lebererkrankungen und Krebs. Auch während der Schwangerschaft sollte PRP nicht als Therapie verwendet werden.

 

 

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

 

Eigenblut ist eine grundlegende Behandlung, die beschädigte Zellen regeneriert und reproduziert. Sie basiert auf dem natürlichen Heilungsprozess des menschlichen Körpers. Ich schätze diese Therapie sehr, da durch die Verwendung von eigenen Blut keine Infektionen, Allergien oder Nebenwirkungen auftreten können. Blutplättchen (Thrombozyten) sind die kleinsten Zellen des Blutes und besitzen in Übermass viele Wachstumsfaktoren. Diese lassen sich durch Aktivierung freisetzen und regenerieren wunderbar das zestörte Milieu. Das ist vor allem bei gestörter Wundheilung, chronischen Entzundungen und destruktiven Erkrankungen sinnvoll.

Quellen

  • Schulte, W. V.: Die Eigenblutfüllung: eine neue Methode zur Versorgung größerer Knochendefekte nach intraoralen Eingriffen. In: Deutsche Zahnarztliche Zeitschrift. 12, 1960, S. 910–914.
  • Schulte, W. V.: Die Retraktion des Blutgerinnsels und ihre Bedeutung für die primäre Heilung von Kieferknochen. Carl Hanser Verlag, München 1964.
  • Yamamoto, K., Hayash, J. i, et al: A comparative study of the effect of autologous platelet-rich plasma and fresh autologous whole blood on haemostasis after cardiac surgery. In: Cardiovascular Surgery. 4(1), Febr 1996, S. 9–14.