Sauerstoff-Ozon-Therapie

 

Die Sauerstoff-Ozon-Therapie ist ein seit vielen Jahren bewährtes und gut verträgliches Naturheilverfahren, bei dem eine Mischung aus Sauerstoff und dem für seine keimabtötende und regulierende Wirkung bekannten Ozon eingesetzt wird. Die Anwendung kann je nach Bedarf äußerlich oder innerlich erfolgen.

Geschichte der Sauerstoff-Ozon-Therapien

Der Chemiker und Physiker Christian Friedrich Schönbein entdeckte 1839 bei Experimenten, dass bei der elektrischen Entladung von Sauerstoff ein Gas frei wird, das er „Ozon“ nannte. 1857 gelang es Werner von Siemens, das Gas in der von ihm erfundenen Ozonröhre auf einfache Weise in größeren Mengen zu erzeugen. Die ausgeprägten Bakteriziden Eigenschaften von Ozon wurden 1891 von Labbe und Oudin, Bontemps und Pfannenstill entdeckt. Während des ersten Weltkriegs setzte der Arzt A. Wolff Ozon erstmals erfolgreich zur diabetische Wundversorgung ein. 1935 wurde die Sauerstoff-Ozon-Therapie am Leipziger Universitätsklinikum in der Chirurgie und der Urologie eingeführt. Da es zu dieser Zeit noch keine ozonfesten Kunststoffe gab, war die Anwendung noch kompliziert und aufwendig. Mit der Entwicklung entsprechender Materialien hat sich auch die Ozontherapie weiterverbreitet und wird aufgrund ihrer vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten heute als komplementärmedizinische Alternative eingesetzt, unter anderem bei der Behandlung von diabetischen Geschwüren, Schuppenflechte, Psoriasis, Durchblutungsstörungen und viralen Erkrankungen.

Sauerstoff und Ozon

Sauerstoff (O2) ist lebenswichtig. Das geruchs- und geschmackslose, unsichtbare Gas kommt in der Luft sowie in gebundenem Zustand auch im Wasser vor. Außerdem ist es in Oxiden, Karbonaten und Silikaten enthalten. Die Luft, die wir einatmen, enthält 21 % Sauerstoff. Nur etwa ein Viertel davon werden vom Organismus auch verwertet, der Rest wird wieder ausgeatmet.

Ozon (O3) ist ein instabiles Molekül, das aus drei aus drei Sauerstoffatomen besteht. Gasförmig ist es farblos und hat einen charakteristischen Geruch. Bei -111,9° wird es flüssig und nimmt eine blaue Farbe an. Bei -192,5° wird es zu einem schwarzen Kristall. Ozon kommt in der Atmosphäre vor und wird durch Sonnenstrahlung, UV-Strahlung oder Blitzschlag gebildet. Es ist ein natürlicher UV-Schutz, ohne den Leben auf der Erde nicht möglich wäre.

Wirkungsweise

Therapeutisch verabreicht, verbessert eine Sauerstoff-Therapie die Durchblutung und damit die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff. Zudem wirkt sie förderlich auf den Stoffwechsel ein und unterstützt so das Immunsystem sowie die körperliche Leistungsfähigkeit.

Eine Ozon-Therapie kann auf sehr unterschiedliche Weise wirken. Lokal und hoch dosiert angewendet, wirkt es aufgrund seiner Oxidationskraft keimtötend gegen Pilze, Viren und Bakterien. In niedriger Konzentration wirkt es granulationsfördernd auf das Gewebe. Ozon eignet sich dadurch besonders zur Behandlung von infizierten oder schlecht heilenden Wunden. Als systemische Therapie wird Ozon generell in niedriger Dosierung eingesetzt und löst regulative Prozesse zur Stärkung der Selbstheilungskräfte des Organismus aus. Es verbessert die Durchblutung, wirkt lipidsenkend und baut nachweislich freie Fettsäuren, Cholesterin und Cholesterinester ab.

Anwendungsmöglichkeiten

Zur Therapie wird ein spezielles medizinisches Sauerstoff-Ozon-Gemisch eingesetzt. Eine Behandlung mit Ozon kann je nach Bedarf zum Beispiel als Eigenbluttherapie, als Wundbegasung, als Injektion, rectal oder durch Verabreichung von Ozonwasser erfolgen.

Eigenbluttherapie

Das Entnehmen und Reinjizieren von Blut löst eine Aktivierung des Stoffwechsels aus, die sich auf den gesamten Organismus erstreckt. So lässt sich zum Beispiel bei akuten und chronischen Infekten eine Abwehrstabilisierung oder bei Allergien eine Immunmodulation erzielen. Da Sauerstoff ein zentrales Element im Stoffwechsel ist bietet sich die Kombination der Eigenbluttherapie mit einer Sauerstoff-Ozon-Therapie in vielen Fällen an. Im Blut zerfällt das Ozon zu hochkonzentriertem Sauerstoff (O2), der sofort an die Erythrozyten (Träger des Stauerstoffs im Organismus) weitergegeben wird. Dadurch werden selbst die Körperzellen erreicht, die krankheitsbedingt nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurden. Sauerstoffunterversorgung führt zu einer Sauerstoffverarmung des Gewebes, was viele Mediziner als eigentliche Ursache vieler Zivilisationskrankheiten betrachten. Alle chronischen Schmerzen und Krankheiten werden letztlich durch einen Sauerstoffmangel auf Zellebene verursacht. Durch die Reinjizierung von mit Sauerstoff und Ozon angereichertem Eigenblut kann man dem entgegenwirken. Bei der kleinen Ozon-Eigenbluttherapie (KEB) wird das Gemisch mit einer Spritze intramuskulär verabreicht, bei der großen (GEB) intravenös. Die hyperbare Ozon-Eigenbluttherapie ist eine Variante der GEB, bei der das Blut mittels Vakuumpumpe mehrmals abgenommen, ozonisiert und reinjiziert wird.

Wundbegasung

Bei der Begasung von Psoriasis, Schuppenflechte, diabetische Wunden, Abszessen, Ekzemen oder oberflächlichen Tumoren mit Ozon wird der betroffene Körperteil in einen sterilen Beutel gesteckt. Während die Luft daraus abgesaugt wird, strömt zeitgleich ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch in den Beutel, das je nach Dosierung keimtötend oder granulationsfördernd wirkt.

Injektion

Je nach Symptomatik kann die Injektion des Sauerstoff-Ozon-Gemischs in die Haut (z. B. bei Arthrosen, Gicht, Rheuma, Bandscheibenvorfall) unter die Haut (z. B. bei peripheren Durchblutungsstörungen, Migräne, Ateminsuffizienz)  oder intramuskulär (z. B. bei Stoffwechselstörungen und geriatrischen Erschöpfungszuständen) erfolgen.

Rektale Ozon-Insufflation

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulserosa, Immundysbalancen oder Neurodermitis, Schuppenflechte, Psoriasis lässt sich Ozon als systemische Therapie auch rektal verabreichen.

Ozonwasser, ozonisiertes Olivenöl

Diabetische Wunden, Psoriasis, Schuppenflechte, Neurodermitis, der Mundraum oder andere Körperöffnungen lassen sich auch mit Wasser spülen, das mit Ozon angereichert wurde. Ozonisiertes Olivenöl lässt sich zur wirksamen Reinigung und Desinfektion von Wunden einsetzen.

 

 

 

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

 

Evidenzbasierte klinische Studien belegen, dass Ozon die Bakterien, Pilze und Viren abtötet und eine entzündungshemmende, immunstimulierende Wirkung hat.  Ich konnte feststellen, dass die Sauerstoff-Ozon-Therapie in vielen Fällen tatsächlich ein sehr effektives Verfahren ist und selbst bei Krebspatienten als schonende Ergänzung zu konventionellen Therapien erfolgreich eingesetzt werden kann.

Quellen

  • Dehmlow, R. (Hrsg.): Sauerstoff-Ozon-Therapien. Urban & Fischer Verlag, München 2008.
  • Viebahn-Hänsler, R., Fernandez, O. und Fahmy, Z.: Ozone in Medicine: Clinical Evaluation and Evidence Classification of the Systemic Ozone Application, Major Autohemotherapy and Rectal Insufflation, According to the Requirements for Evidence-Based Medicine. In: Science & Engineering 2016, Vol. 38, No. 5, S. 322-345.