Integrative Sauerstoff – Ozon – Therapie

Ozon ist dreiwertiger Sauerstoff (O3). Bei der Ozontherapie wird mit reinem Sauerstoff (O2) behandelt, nur ein kleiner Prozentsatz wird im Gerät durch das Anlegen von Spannung in O3 umgewandelt, bei unserem Gerät (ozon-O-med) sind es je nach Indikation 0,5 bis 7 Prozent.

Somit kombiniert die Therapie die Vorteile der reinen Sauerstofftherapie mit der Wirkung des Ozons. In therapeutischer Dosis sind dies unter amderem:

  • Stimulation des Immunsystems.

  • Desinfektion und antimikrobielle Wirkung

  • Förderung der Wundheilung

Die Sauerstoff-Ozon-Therapie ist ein seit vielen Jahren bewährtes und gut verträgliches Naturheilverfahren, bei dem eine Mischung aus Sauerstoff und dem für seine keimabtötende und regulierende Wirkung bekannten Ozon eingesetzt wird. Die Anwendung kann je nach Bedarf äußerlich oder innerlich erfolgen.

Geschichte der Sauerstoff-Ozon-Therapien

Der Chemiker und Physiker Christian Friedrich Schönbein entdeckte 1839 bei Experimenten, dass bei der elektrischen Entladung von Sauerstoff ein Gas frei wird, das er „Ozon“ nannte. 1857 gelang es Werner von Siemens, das Gas in der von ihm erfundenen Ozonröhre auf einfache Weise in größeren Mengen zu erzeugen. Die ausgeprägten Bakteriziden Eigenschaften von Ozon wurden 1891 von Labbe und Oudin, Bontemps und Pfannenstill entdeckt. Während des ersten Weltkriegs setzte der Arzt A. Wolff Ozon erstmals erfolgreich zur diabetische Wundversorgung ein. 1935 wurde die Sauerstoff-Ozon-Therapie am Leipziger Universitätsklinikum in der Chirurgie und der Urologie eingeführt. Da es zu dieser Zeit noch keine ozonfesten Kunststoffe gab, war die Anwendung noch kompliziert und aufwendig. Mit der Entwicklung entsprechender Materialien hat sich auch die Ozontherapie weiterverbreitet und wird aufgrund ihrer vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten heute als komplementärmedizinische Alternative eingesetzt, unter anderem bei der Behandlung von diabetischen Geschwüren, Schuppenflechte, Psoriasis, Durchblutungsstörungen und viralen Erkrankungen.

Sauerstoff und Ozon

Sauerstoff (O2) ist lebenswichtig. Das geruchs- und geschmackslose, unsichtbare Gas kommt in der Luft sowie in gebundenem Zustand auch im Wasser vor. Außerdem ist es in Oxiden, Karbonaten und Silikaten enthalten. Die Luft, die wir einatmen, enthält 21 % Sauerstoff. Nur etwa ein Viertel davon werden vom Organismus auch verwertet, der Rest wird wieder ausgeatmet.

Ozon (O3) ist ein instabiles Molekül, das aus drei aus drei Sauerstoffatomen besteht. Gasförmig ist es farblos und hat einen charakteristischen Geruch. Bei -111,9° wird es flüssig und nimmt eine blaue Farbe an. Bei -192,5° wird es zu einem schwarzen Kristall. Ozon kommt in der Atmosphäre vor und wird durch Sonnenstrahlung, UV-Strahlung oder Blitzschlag gebildet. Es ist ein natürlicher UV-Schutz, ohne den Leben auf der Erde nicht möglich wäre.

Wirkungsweise

Therapeutisch verabreicht, verbessert eine Sauerstoff-Therapie die Durchblutung und damit die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff. Zudem wirkt sie förderlich auf den Stoffwechsel ein und unterstützt so das Immunsystem sowie die körperliche Leistungsfähigkeit.

Eine Ozon-Therapie kann auf sehr unterschiedliche Weise wirken. Lokal und hoch dosiert angewendet, wirkt es aufgrund seiner Oxidationskraft keimtötend gegen Pilze, Viren und Bakterien. In niedriger Konzentration wirkt es granulationsfördernd auf das Gewebe. Ozon eignet sich dadurch besonders zur Behandlung von infizierten oder schlecht heilenden Wunden. Als systemische Therapie wird Ozon generell in niedriger Dosierung eingesetzt und löst regulative Prozesse zur Stärkung der Selbstheilungskräfte des Organismus aus. Es verbessert die Durchblutung, wirkt lipidsenkend und baut nachweislich freie Fettsäuren, Cholesterin und Cholesterinester ab.

Anwendungsmöglichkeiten

 

Die Ozontherapie kommt in unterschiedlichen Formen zur Anwendung. Es kann in oder unter die Haut, in den Muskel oder in die Vene gespritzt werden.

  • direkte Injektionstherapie

  • kleine Eigenblutbehandlung

  • große Eigenblutbehandlung

  • Beutelbegasung

  • rektale Begasung mit Ozon

Sie kann einmal in der Woche bis zu zweimal am Tag erfolgen und bis zu 30 Mal wiederholt werden.

Zur Therapie wird ein spezielles medizinisches Sauerstoff-Ozon-Gemisch eingesetzt. Eine Behandlung mit Ozon kann je nach Bedarf zum Beispiel als Eigenbluttherapie, als Wundbegasung, als Injektion, rectal oder durch Verabreichung von Ozonwasser erfolgen.

 

Ozon-Eigenbluttherapie

Hierfür wird dem Patienten eigenes Blut entnommen mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt, verschüttelt und zurückinjiziert.

Bei der kleinen Eigenblutbehandlung werden ca. 1-5 ml aus der Vene entnommen, mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt und in den Gesäßmuskel oder unter die Haut zurückgespritzt.

Für die große Eigenblutbehandlung werden dem Patienten ca. 50-100 ml Blut aus der Armvene direkt in eine Einwegtropfflasche entnommen. Dieses Blut wird mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch angereichert und anschließend als Infusion zurückgegeben. Große und kleine Eigenbluttherapie werden z. B. bei Durchblutungsstörungen oder Allergien angewandt.

Das Entnehmen und Reinjizieren von Blut löst eine Aktivierung des Stoffwechsels aus, die sich auf den gesamten Organismus erstreckt. So lässt sich zum Beispiel bei akuten und chronischen Infekten eine Abwehrstabilisierung oder bei Allergien eine Immunmodulation erzielen. Da Sauerstoff ein zentrales Element im Stoffwechsel ist bietet sich die Kombination der Eigenbluttherapie mit einer Sauerstoff-Ozon-Therapie in vielen Fällen an. Im Blut zerfällt das Ozon zu hochkonzentriertem Sauerstoff (O2), der sofort an die Erythrozyten (Träger des Stauerstoffs im Organismus) weitergegeben wird. Dadurch werden selbst die Körperzellen erreicht, die krankheitsbedingt nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurden. Sauerstoffunterversorgung führt zu einer Sauerstoffverarmung des Gewebes, was viele Mediziner als eigentliche Ursache vieler Zivilisationskrankheiten betrachten. Alle chronischen Schmerzen und Krankheiten werden letztlich durch einen Sauerstoffmangel auf Zellebene verursacht. Durch die Reinjizierung von mit Sauerstoff und Ozon angereichertem Eigenblut kann man dem entgegenwirken. Bei der kleinen Ozon-Eigenbluttherapie (KEB) wird das Gemisch mit einer Spritze intramuskulär verabreicht, bei der großen (GEB) intravenös. Die hyperbare Ozon-Eigenbluttherapie ist eine Variante der GEB, bei der das Blut mittels Vakuumpumpe mehrmals abgenommen, ozonisiert und reinjiziert wird.

Die Therapie wird meist zur Stimulierung des Immunsystems, zur Behandlung von Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Virusinfektionen (z.B. Herpes, Hepatitis), Asthma, Allergien und Gelenkschmerzen, angewendet.

Die kleine Eigenblutbehandlung kommt u.a. zum Einsatz bei:

  • Asthma

  • Allergien

  • Schmerzen


Die große Eigenblutbehandlung wird angewendet bei:

  • Durchblutungsstörungen

  • Hörsturz

  • rheumatischen Erkrankungen

  • Arthrose

  • Bandscheibenprotrusion, Bandscheibenvorfall

  • Rückenschmerzen

  • Diabetes mellitus

  • Stoffwechselstörungen

 

Ozon Wundbegasung (Beutelbegasung)

Bei der Beutelbegasung erfolgt die Ozontherapie nur äußerlich. Es werden v.a. Ekzeme oder offene Wunden behandelt. Der betroffene Körperteil wird dafür mit einem luftdichten Kunststoffbeutel überzogen. Anschließend wird das Ozon in den Beutel eingeblasen. Dort tötet das medizinische Ozon Bakterien, Viren und Pilze ab, die sich auf der angefeuchteten Haut befinden.

Bei der Begasung von Psoriasis, Schuppenflechte, diabetische Wunden, Abszessen, Ekzemen oder oberflächlichen Tumoren mit Ozon wird der betroffene Körperteil in einen sterilen Beutel gesteckt. Während die Luft daraus abgesaugt wird, strömt zeitgleich ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch in den Beutel, das je nach Dosierung keimtötend oder granulationsfördernd wirkt.

  • Ekzemen

  • Geschwüren

  • Abszessen

  • offenen, schlecht heilenden Wunden

 

Ozon Injektion

Bei der Injektionstherapie werden 10 bis 20 Milliliter des medizinischen Ozons meist subkutan (unter die Haut), intravenös (in die Vene) oder intramuskulär (in den Muskel) verabreicht. Meist wird im Anschluss daran entsprechende Stelle massiert, um das Gemisch zu verteilen.

Je nach Symptomatik kann die Injektion des Sauerstoff-Ozon-Gemischs in die Haut (z. B. bei Arthrosen, Gicht, Rheuma, Bandscheibenvorfall) unter die Haut (z. B. bei peripheren Durchblutungsstörungen, Migräne, Ateminsuffizienz)  oder intramuskulär (z. B. bei Stoffwechselstörungen und geriatrischen Erschöpfungszuständen) erfolgen.

 

 

Rektale Ozon-Insufflation

Bei der rektalen Ozon-Anwendung wird dem Patienten mit Hilfe einer Klistierspritze oder aus einem speziell für diese Anwendung hergestellten Übertragungsbeutel das Ozon-Sauerstoff-Gemisch innerhalb von 1-3 Minuten in den Enddarm eingeblasen.

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulserosa, Immundysbalancen oder Neurodermitis, Schuppenflechte, Psoriasis lässt sich Ozon als systemische Therapie auch rektal verabreichen.

 

 

Ozonwasser, ozonisiertes Olivenöl

Diabetische Wunden, Psoriasis, Schuppenflechte, Neurodermitis, der Mundraum oder andere Körperöffnungen lassen sich auch mit Wasser spülen, das mit Ozon angereichert wurde. Ozonisiertes Olivenöl lässt sich zur wirksamen Reinigung und Desinfektion von Wunden einsetzen.

Bei bestimmten Krankheiten und unter bestimmten Bedingungen darf die Ozontherapie nicht angewendet werden. Dazu gehören beispielsweise eine Anämie (Mangel an rotem Blutfarbstoff), Organblutungen oder die Bluterkrankheit. Gleiches gilt bei einer starken Schilddrüsenüberfunktion, Epilepsie, einem Schlaganfall oder einem akuten Herzinfarkt. Auch wenn blutverdünnende Medikamente oder ACE-Hemmer (blutdrucksenkende Arzneimittel) eingenommen werden oder aktuell eine Strahlenbehandlung erfolgt, darf die Therapie nicht zum Einsatz kommen.

 

 

Nebenwirkungen der Ozontherapie

Wie bei allen Injektions-Methoden, kann es auch bei der Ozontherapie zu Nebenwirkungen kommen, die von der Injektion selbst herrühren. Der Einstich kann schmerzhaft sein und es kann an der Einstichstelle zu einem Hämatom (Bluterguss) kommen. Außerdem kommt es bei der Eigenblutbehandlung manchmal zu überschießenden Reaktionen, die einer allergischen Reaktion ähneln.

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Olga Beckmann

 

Evidenzbasierte klinische Studien belegen, dass Ozon die Bakterien, Pilze und Viren abtötet und eine entzündungshemmende, immunstimulierende Wirkung hat.  Ich konnte feststellen, dass die Sauerstoff-Ozon-Therapie in vielen Fällen tatsächlich ein sehr effektives Verfahren ist und selbst bei Krebspatienten als schonende Ergänzung zu konventionellen Therapien erfolgreich eingesetzt werden kann.

Quellen

  • Dehmlow, R. (Hrsg.): Sauerstoff-Ozon-Therapien. Urban & Fischer Verlag, München 2008.
  • Viebahn-Hänsler, R., Fernandez, O. und Fahmy, Z.: Ozone in Medicine: Clinical Evaluation and Evidence Classification of the Systemic Ozone Application, Major Autohemotherapy and Rectal Insufflation, According to the Requirements for Evidence-Based Medicine. In: Science & Engineering 2016, Vol. 38, No. 5, S. 322-345.